Fragen & Antworten

Bisherige Fragen und die Antworten (geschrieben von einzelnen SMDlern bzw. SfClern):

 

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Frage: Ich war gestern bei dem Vortrag von Matthias Clausen und wollte fragen, wie der Titel des Films war aus dem er zitiert hat. (ein Teil des Zitats war:  "..Gott hat mich auch schnell gemacht ...")

Antwort: Der Film heißt Chariots of Fire (bzw. dt. Die Stunde des Siegers); mehr dazu im entsprechenden Wikipedia-Artikel: Die Stunde des Siegers. Das vollständige Zitat war: "[Warum läufst du?] Gott hat mich zu einem Zweck gemacht, aber Gott hat mich auch schnell gemacht und wenn ich renne, dann spüre ich sein Vergnügen an mir. "

 

Frage: Was ist, wenn das alles nicht stimmt? Wenn nichts vom christlichen Glauben wahr ist?

Antwort: Dazu zwei verschiedenen Blickrichtungen: Zunächst die rein logische Ebene - mit einem Argument, dass der Mathematiker Blaise Pascal im 17. Jahrhundert formulierte. Dabei geht es darum, was man potentiell gewinnen bzw. verlieren kann, für den Fall, dass der christliche Glaube (darauf bezieht sich das Argument) wahr oder falsch ist. Dabei verhält es sich so - es gibt vier Möglichkeiten, von denen genau eine wahr sein muss:

  • man glaubt an Gott und er existiert,
  • man glaubt man an Gott und er existiert nicht,
  • man glaubt nicht an Gott und er existiert,
  • oder man glaubt nicht an Gott und er existiert auch nicht.

Die Bibel verspricht jedem, der an Gott glaubt ewiges Leben im Himmel und jedem der bis zum Ende nicht glaubt ewige Trennung von Gott in der Hölle. Existiert nun Gott tatsächlich, ist die Belohnung für den Glauben bzw. Folgen des Nicht-Glaubens im Maß der Ewigkeit, und damit unendlich. Daher, so das Argument, lohnt es sich in jedem Fall an Gott zu glauben (obwohl das die niedrigste mögliche Motivation wäre), da der endliche Aufwand an Gott zu glauben, in einem unendlich guten Resultat endet (ewige Freude in einer Welt ohne Schmerz). Existiert nun Gott und man glaubt nicht, ist das Resultat dementsprechend negativ.
Was aber nun, wenn der Gott der Christen nicht existiert? Dann würden alle, die an ihn glauben und versuchen nach seinen Geboten zu leben im schlimmsten Fall ein Leben führen, bei dem sie versuchen, gute Menschen zu sein und möglicherweise dabei auch unter Missbrauch des christlichen Glaubens (der dann ja unwahr ist) leiden müssen. Im besten Fall wären sie immer noch Menschen, die ein erfülltes und moralisch gutes Leben führen, aber nach dem Tod nichts gewinnen.
Im letzten Fall (man glaubt nicht und Gott existiert nicht) hätte man im Punkto Glaubensfragen nichts zu verlieren. Und hier komme ich zur zweiten Ebene: der ernst genommene Glaube an den christlichen Gott der Bibel verspricht nicht einfach nur "den richtigen Pass" für das Leben nach dem Tod, sondern vor allem ein anderes Leben in der Gegenwart. Für mich ist der Glaube an Gott nur überzeugend, weil er logisch nachvollziehbar und vor allem im Alltag erfahrbar ist. Eine persönliche Beziehung macht nur Sinn, wenn man auch miteinander reden kann und Antwort bekommt. Das ist die zentrale Aussage, die Gott bzw. Jesus in der Bibel macht: dass er mit jedem Menschen in persönlichen Kontakt treten will, dass er ein ausgesprochen persönliches Verhältnis wünscht. Und das zu testen ist viel leichter als viele Argumente abzuwägen. Alles, was nötig ist, ist eine Offenheit und Ehrlichkeit, auszuprobieren, ob der christliche Gott existiert und sich so verhält, wie die Bibel ihn beschreibt. Dazu muss man nicht einmal in die Kirche gehen, sondern nur an einen ruhigen, ungestörten Ort und an Gott gerichtet die Worte sprechen (so oder ähnlich; ob in Gedanken oder laut, ist egal) und eine Antwort erwarten: "Gott, wenn du existierst, wie die Bibel beschreibt, dann musst du erfahrbar sein. Wenn es dich gibt, sprich zu mir, zeige dich." Ich bin der festen Überzeugung, dass Gott solche Gebete niemals unbeantwortet lässt.
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Frage: Was passiert, wenn ich als Christ bewusst sündige? Kommt man trotzdem in den Himmel? Bitte keine zu „einfache“ Antwort.

Ehrlich gesagt, war meine erste Reaktion auf diese Frage: Warum sollte ich als Christ überhaupt bewusst sündigen wollen? Bedeutet Christsein nicht, dass ich mich für ein Leben mit Jesus entscheide, für ein Leben, in dem ich Jesus nachfolgen möchte? Wenn ich bewusst sündige, tue ich das nicht. Dann verfehle ich sozusagen meine Bestimmun, Jesus nachzufolgen.
Außer Frage ist aber auch, dass ein Leben als Christ nicht nur heile Welt ist. Uns geht es nicht immer nur gut und oft nagen Fragen oder Probleme an uns, die sogar ungelöst bleiben… Von dieser Perspektive aus ist es eventuell – zumindest menschlich gesehen – doch nachvollziehbar, wenn ich einmal bewusst sündigen wollte, einfach weil mich das gerade reizt und ich nicht mehr kann…
Deine zweite Frage war, ob ich dann trotzdem in den Himmel komme. Also, ich finde solch eine Frage, die danach fragt, ob jemand in den Himmel kommt oder nicht, immer total schwierig. Fest steht, die letzte Entscheidung darüber liegt bei Gott. Mir als Mensch steht es generell nicht zu, darüber zu urteilen. Na ja, das ist dir bestimmt eine zu „einfach“ Antwort... :-)
Ich kann nur so viel sagen: Bereue ich hinterher meine Sünde ehrlich, darf ich auf Gottes Vergebung bauen. Durch Jesu Tod am Kreuz (und seiner Auferstehung) ist Vergebung möglich. Jesus starb für unsere Schuld. Das feiern wir ja an Ostern. Total cool!
WICHTIG ist nur: Das ist keine Freikarte, nun bewusst vor mich hin sündigen zu dürfen, weil mir ja hinterher eh vergeben werden kann….!
Ok, Gott vergibt also meine Schuld. Aber was ist, wenn mir schon vorher klar ist, dass ich nun sündigen werde und das auch noch tue? Ich denke, das ist das, was du mit „bewusst sündigen“ meinst. Da kann ich nur wieder auf meinen ersten Abschnitt verweisen, dass eher unverständlich ist, warum ich das überhaupt möchte.
Hinzufügen will ich noch einen weiteren Gedanken: Durch Sünde wird meine Beziehung zu Gott gestört. Stellen wir uns das einmal übertragen auf Beziehungen unter uns Menschen vor. Ganz ehrlich, wer möchte schon gerne, dass eine Beziehung oder eine gute Freundschaft gestört wird? Wer möchte schon gerne, dass da irgendetwas in der Luft liegt? Und wer würde nun gerne bewusst etwas tun, von dem er weiß, dass eine Folge davon ein Bruch in der Beziehung ist?? Mmh, irgendwie schwer vorstellbar… Und genau so dürfen wir uns das auch bei Gott vorstellen.
Also, nur Mut, diese Beziehung nicht bewusst durch Sünde zu stören. :-) Das passiert uns als Menschen eh schon oft genug…
Ps: Wenn du noch Bibelstellen zum Nachschlagen möchtest, melde dich nochmals.

 

Frage: Warum dürfen Frauen eigentlich das Pfarramt nicht ausüben?

Bevor diese Frage beantwortet werden kann, muss Folgendes klargestellt werden: Nicht in allen Kirchen ist es Frauen verboten, das Pfarramt auszuüben. Die evangelische Kirche setzt auch Frauen als Pfarrerinnen ein. In der römisch-katholischen Kirche ist ihnen dies tatsächlich verwehrt.
Interessant ist, was die Bibel dazu sagt. Generell lassen sich durch sie beide Auffassungen begründen. (By the way: Auch unter Christen ist dieses Thema heiß diskutiert.:-) ) Hier sollen nur zwei Gründe genannt werden.
Bei diesem Thema werden häufig zwei Stellen der Bibel zitiert, in denen es ganz klar heißt, dass die Frau in der Gemeinde schweigen solle. Eine davon ist Folgende: „Eure Frauen sollen in den Gemeinden schweigen, denn es ist ihnen nicht gestattet, zu reden, ...“ (Die Bibel: 1.Korinther 14,34) Diese Aussage stammt von einem Brief des Paulus an die Gemeinde in Korinth. Wird die Bibel wörtlich genommen, so muss man tatsächlich diesen Satz so stehen lassen und sagen, Frauen dürfen nicht predigen. Gefährlich wird es nur, wenn andere Aussagen der Bibel in derselben Weise betrachtet werden. Dann müssten Frauen beispielsweise auch beim Beten im Gottesdienst eine Kopfbedeckung tragen.... Hier liegt also eine gewisse Spannung vor, wie wörtlich Bibelstellen genommen werden dürfen oder auch nicht.
Soll nun ein Grund genannt werden, der dafür spricht, dass Frauen das Pfarramt ausüben dürfen, so findet man ihn im Leben Jesu. Bei Jesus ist keinerlei Frauenfeindlichkeit vorzufinden. Er behandelt bei Geschlechter gleichermaßen. Das wird beispielsweise bei Betrachtung seiner Heilungen deutlich. Der Evangelist Lukas berichtet etwa im 13. Kapitel, wie Jesus eine Frau am Sabbat heilte. Jesus machte also keine Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Möchten sich Christen nun am Beispiel von Jesus orientieren – wovon ich stark ausgehe! – so ist fraglich, warum nicht auch in Gemeinden bei Besetzung des Pfarramtes Männer und Frauen gleich behandelt werden sollten. Ich weiß es nicht...
Schließlich geht es Gott letztendlich immer um das Herz eines Menschen. Gesetze und Regeln gibt es seit Jesus nicht mehr in dem Sinne. Von daher ist es immer wichtig, auf das eigene Herz zu hören. Das gilt auch bei der Entscheidung, ob nun Frauen ein Pfarramt ausüben dürfen oder nicht.

 

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